Kölns Traditionen und Bräuche

Die Domstadt versprüht einen ganz eigenen Charme. Und auch die Kölner selbst sind für so manche Eigenart und eine besondere Mentalität bekannt. Und so gibt es einige Kölner Traditionen und Bräuche, die zu regelrechten Alleinstellungsmerkmalen werden. Eine ist dabei bestimmt schon jedem, egal ob Einheimischem, Zugezogenem oder Besucher direkt aufgefallen: Das Prinzip der rheinischen Lebensfreude und Toleranz. Dass der Kölner beim ein oder anderen Brauch auch gerne mal etwas über das Ziel hinausschießt, zeigt dabei die allseits beliebte Redewendung: „Beim ersten Mal haben wir es ausprobiert, beim zweiten Mal ist es schon Tradition und beim dritten Mal Brauchtum!“ Hier schwingt zugleich auch die typische Unbekümmertheit der Kölner durch, die einfach gerne das Leben genießen und optimistisch in die Zukunft blicken. So offen die Kölner für anderen Kulturen sind und Menschen jeder Herkunft mit offenen Armen empfangen, so sehr werden die typischen Traditionen und Bräuche Kölns geliebt und gelebt – und genau auf diese wollen wir nun mal einen Blick werfen.

Köln – eine Stadt voller Traditionen und Bräuche

Auch wenn man heute die Kölner Traditionen nicht mehr unmittelbar damit in den Zusammenhang stellt, so stehen sie doch meist in engem Bezug zum christlichen Jahreskreis. Doch welche Bräuche werden heute überhaupt noch jährlich gelebt?

Klüngeln

Klingt im ersten Moment nach einer Klingel und wenn man ganz kreativ sein möchte, kann man es sich so fast vorstellen: Man klingelt an den Türen. Nicht ganz, aber der Begriff steht für das Netzwerken. Denn in Köln nimmt man sich einfach die Zeit, um auch mal ein ausführliches Schwätzchen auf der Straße zu halten und ist offen, stets mit neuen Menschen ins Gespräch zu kommen. Und sollte jemand Hilfe benötigen, so ist sofort jemand zur Stelle, der in der Not unterstützt – das macht die Metropole Köln gleichzeitig zu einem Dorf mit großem Herz. Konrad Adenauer fand dazu einst die treffenden Worte „Man kennt sich, man hilft sich“ und genau das steht hinter dem Kölner Brauch des Klüngelns.

Karneval

Eine Kölner Tradition, an der selbstverständlich kein Weg dran vorbeiführt. Und gleichzeitig eine Tradition, die mit den unterschiedlichsten Brauchtümern einhergeht. Wie etwa der sündigen 11. Denn am 11.11. um 11:11 beginnt ganz offiziell der Kölner Karneval und somit eine Zeit, der Viele bereits entgegengefiebert haben. Zum Karneval gehört auch der Elferrat, eine kölsche Obessesion, die besonders sagenumwoben ist und zu der es zahlreiche Theorien gibt. Führend ist aber die, dass die Zahl 11 in der Theologie für alles Sündige steht. Und das führt uns schon zum nächsten Brauch in der Kölner Karnevalszeit – wobei das eine ganz liebevolle Sünde ist. Es geht ums Küssen. Denn zum Kölner Karneval ist es einfach Tradition, Bützchen (auch Bützje), also Küsschen zu verteilen – natürlich wird zuvor gefragt, ob das auch für den Gegenüber in Ordnung ist. Und gleich noch eine Tradition ist mit dem Kölner Karneval verbunden. Denn zu dieser Zeit hängt über jeder Kneipe ein sogenannter Nubbel, also eine Strohpuppe. Er sammelt während dieser wilden Zeit alle Sünden und wird am Aschermittwoch verbrannt, damit alle Kölner anschließend wieder reinen Gewissens zurück in den gewohnten Alltag gehen können. Die Kölner selbst waschen nach dem Karneval traditionell ihren Geldbeutel im Rhein, um das Geld, was über die Karnevalszeit ausgegeben wurde, reinzuspülen.

Ostern – ein Fest der Kölner Traditionen

Wie bereits erwähnt, hängen viele der Kölner Bräuche hängen unmittelbar mit den christlichen Festen zusammen. Auch Ostern bietet hier einen beliebten Anlass, etwa beim Eier-Kippen. Dabei werden gekochte Eier gegeneinander geschlagen. Wessen Ei zerbricht, muss es an den anderen abgeben. Diese Kölner Tradition ist noch heute ein beliebtes Ritual bei Kindern und Erwachsenen im Rahmen des privaten Osterfests. Lange verbreitet war auch das an das Osterfest gebundene „Nach Emmaus gehen“. Hierbei ging man vor der Stadtmauer spazieren, um auf diese Weise symbolisch an die biblische Geschichte zu erinnern, in welcher zwei Jünger Jesu auf ihrem Weg nach Emmau dem auferstandenen Sohn Gottes begegnet sein sollen.

Auf ein Kölsch!

Das bekannte und beliebte Traditions-Gebräu, das einfach zum gemütlichen Zusammensitzen gehört, bei keiner Partynacht fehlen darf und auch für ein Päuschen genau das richtige Getränk ist. Die Kölner sagen deshalb auch: „Kölsch tröstet uns, Kölsch schmeckt uns, Kölsch stärkt den Zusammenhalt des Klüngels. Darum: Auf ein Kölsch!“

Regen auf Bestellung? Beim Heiligen Severin!

Bei einem sind sich die Kölner einig! Der Heilige Severin ist für den Regen zuständig. Dieser Kölner Brauch stammt noch aus einer Zeit, in der Dürre in der Domstadt herrschte. Noch heute geht man deshalb in die Severinskirche, zündet eine Kerze an und hofft damit auf den ersehnten Regen.

Maibaum stellen

Eine Tradition, die definitiv nicht nur in Köln bekannt ist, aber eben auch dort. Und so kann man in der Nacht zum ersten Mai den ein oder anderen, nicht nur liebestrunkenen, Kölner dabei beobachten, wie er oder sie mit einem Baum durch die Kölner Straßen zieht, um diesen vor der Haustüre der Angebeteten aufzustellen. Kölns Straßen werden durch diese Tradition am ersten Mai immer in eine regelreche Liebes-Atmosphäre gehüllt.

Immer offen, außer es geht um Düsseldorf

Die Kölner sind dafür bekannt, offen und warmherzig zu sein. Da gibt es nur eine Ausnahme: Denn alles und jeder, der aus Düsseldorf kommt, ist einfach doof und das ohne Diskussion. Auch das ist eine Kölner Tradition.

Traditioneller Genuss: Der Baumkuchen

Ein Kölner Brauch, der die Geschmackssinne verwöhnt und zu jedem Besuch in der Domstadt gehört. Der Baumkuchen – ein echtes Konditoren-Handwerk. Im Café Riese in der Neumarkt Passage könnte ihr diese Kölner Tradition nach Originalrezept genießen und dabei den Blick durch wundervolles Ambiente schweifen lassen, bevor ihr eure Entdeckungsreise durch die Domstadt und die Kölner Bräuche fortsetzt.

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